Inhaltsverzeichnis
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, endlich sind die Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder da, wo sie hingehören: im Gelben Heft! Das ist mehr als eine Stärkung der präventionsorientierten Zahnmedizin. Durch die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) agieren wir auf Augenhöhe mit Kinder- und anderen Fachärzten...
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Die Forderung nach einer Auslagerung der Zahnmedizin aus der GKV, die der CDU-Wirtschaftsrat Anfang Februar erhoben hat, war leider kein Faschingsscherz. Wir fragten Politiker, Zahnärzte, Kassenvertreter und Gesundheitsökonomen, was sie von dieser Idee halten.
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Unbedachter Schnellschuss mit fadem Nachgeschmack – Prof. Dr. Andreas Beivers über Zahnmedizin in der GKV
Prof. Dr. Andreas Beivers
Auch wenn der Vorschlag des Wirtschaftsrates der CDU, zahnmedizinische Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu entfernen, gesundheitspolitisch zunächst abgeräumt wurde, lohnt sich doch ein detaillierter gesundheitsökonomischer wie auch medizinischer Blick – denn ganz vom Tisch sind dergleichen holzschnittartige Reformvorschläge langfristig leider nicht.
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„Was für ein Schildbürgerstreich!“ BLZK wandte sich im Schulterschluss mit anderen Berufsgruppen erfolgreich gegen Ethanolverbot
Dr. Dr. Wohl und Andreas Glück, MdEP im Gespräch
Der Ausschuss für Biozidprodukte (BPC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat sich Ende Februar dafür ausgesprochen, Ethanol auch weiterhin als Wirkstoff in Desinfektionsmitteln zuzulassen. Beantragt war ursprünglich eine Einstufung als „krebserzeugend“ und/oder „reproduktionstoxisch“. Damit hätte ein gefährlicher Engpass bei Hände- und Flächendesinfektionsmitteln gedroht. Der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Dr. Dr. Frank Wohl, hatte sich in den vergangenen Monaten über verschiedenste politische Kanäle für den Erhalt von Ethanol als Desinfektionsmittel eingesetzt.
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Starkes Orchester in Berlin – Bayerns Zahnärzte gewinnen Einfluss auf Bundesebene
Julika Sandt, Leiterin der Stabsstelle Politik der BLZK
Die Bayerische Landeszahnärztekammer ist in den Gremien der Bundeszahnärztekammer künftig stärker vertreten als je zuvor. Trotz einer Verschlankung auf Bundesebene – die Zahl der Ausschüsse wurde von 21 auf 19 reduziert, die Zahl der Mitglieder um rund 20 Prozent gesenkt – ist es Bayern gelungen, seine Präsenz erheblich auszubauen: Statt bisher elf sind nun 17 bayerische Vertreterinnen und Vertreter in den Ausschüssen aktiv. Zusätzlich besetzt Bayern einen Platz in der neu eingerichteten, strategisch richtungsweisenden Task Force GOZ.
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Berufsanerkennung erleichtern, ohne auf Patientenschutz zu verzichten – Bundeszahnärztekammer befürwortet Anwendung der Kenntnisprüfung
Redaktion
Die Bundeszahnärztekammer begrüßt das Ziel der Bundesregierung, Anerkennungsverfahren in den Heilberufen schneller und effizienter zu gestalten. Entsprechend hat sie sich bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen geäußert – Reformvorhaben dürfen aber nicht auf Kosten der Patientensicherheit oder der Qualität der zahnärztlichen Versorgung gehen.
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Bei einem feierlichen akademischen Festakt wurden 38 Absolventinnen und Absolventen der Zahnmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg offiziell geehrt. Studiendekan Prof. Dr. Tilmann Volk, die Klinikdirektoren Prof. Dr. Kerstin Galler, Prof. Dr. Lina Gölz, Prof. Dr. Dr. Marco Kesting und Prof. Dr. Manfred Wichmann sowie BLZK-Präsident Dr. Dr. Frank Wohl gratulierten den Absolventen.
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Anhebung der Ausbildungsvergütungen für ZFA – Ab 1. Mai gelten neue Empfehlungen der BLZK
Geschäftsbereich Zahnärztliches Personal der BLZK
Die Bayerische Landeszahnärztekammer passt die Empfehlungen zur Ausbildungsvergütung für Zahnmedizinische Fachangestellte an. Als zuständige Stelle für die Ausbildung kann die Bayerische Landeszahnärztekammer regelmäßig die Empfehlungen zur Höhe der angemessenen Ausbildungsvergütung im Ausbildungsberuf ZFA herausgeben, sofern es – wie in Bayern – keinen Tarifvertrag gibt. Mit der Anhebung werden die aus dem Jahr 2023 stammenden Beträge aktualisiert. Damit liegen die Empfehlungen für die Ausbildungsvergütungen für ZFA auf demselben Niveau wie die für Medizinische Fachangestellte (MFA). Darüber hinaus würde die jährliche Steigerung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestvergütung in absehbarer Zeit dazu führen, dass die bisherigen Empfehlungen der BLZK zumindest teilweise unter der gesetzlichen Mindestvergütung liegen.
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Stärkung der ärztlichen Schweigepflicht – Justizministerium geht den Beschlagnahmeschutz bei der ePA an
Matthias Wallenfels
Die Zahnärzte waren mit die Ersten, die auf eine Gesetzeslücke bei der ePA hingewiesen haben. Konkret geht es um den drohenden Zugriff von Ermittlern auf Daten in elektronischen Patientenakten (ePA). Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) verspricht nun Abhilfe. Im Mittelpunkt steht Paragraf 97 der Strafprozessordnung (StPO).
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Mehr Marathon als Kurzstrecke – Patienten sind mit der ePA im Versorgungsalltag überfordert
Matthias Wallenfels
Mehr als 1 100 Patienten schilderten dem Verbraucherzentrale Bundesverband ihre Erfahrungen mit der elektronischen Patientenakte (ePA) im (zahn-)medizinischen Versorgungsalltag. Das Stimmungsbild bestätigt die Forderung der KZVB, die ePA erst dann verpflichtend für den Praxisalltag zu machen, wenn alles reibungslos funktioniert.
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Das Gesundheitssystem darf kein Ort für Gewinnmaximierung sein – VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert iMVZ
VdK-Präsidentin Verena Bentele
Der Sozialverband VdK setzt sich für ein ge- meinwohlorientiertes Gesundheitssystem ein, das den Menschen eine gute, medizinisch notwendige Versorgung zur Verfügung stellt. Diese Aufgabe ist mit einer Ausrichtung auf Gewinnmaximierung grundsätzlich nicht vereinbar. Zwanzig Jahre Fallpauschalen-System in Kranken- häusern, in denen es zu betriebswirtschaft- lich begründeter Fehl- und Überversorgung gekommen ist, haben das gezeigt
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Bundesrat: Bekenntnis zu Freien Berufen – Investoren-MVZ und Fremdbesitzverbot: Nina Warken sendet klares Signal
Matthias Wallenfels
Das gesetzlich abgesicherte Fremdbesitzverbot treibt nicht nur Zahnärzte mit Blick auf die Investoren-MVZ um. Der Finanzausschuss des Bundesrates spricht sich in einer Empfehlung dafür aus, bei der geplanten Änderung des Steuerberatungsgesetzes einer EU-Regelung von 2021, die Fremdbesitz erlaubt, einen nationalen Riegel vorzuschieben – ein klares Bekenntnis zur Freiberuflichkeit und gegen unethisches Renditestreben! Wird nun auch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in puncto iMVZ-Gesetz endlich aktiv?
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Die zahnmedizinische Versorgung vulnerabler Patientengruppen wird immer relevanter. Gerade Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, eine Zahnarztpraxis aufzusuchen, ermöglicht die aufsuchende Betreuung zumindest eine zahnmedizinische Grundversorgung. 1,1 Millionen Patienten wurden auf diese Weise im Jahr 2024 zahnärztlich versorgt, berichtete die KZBV vor Kurzem – 6,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Doch gerade bei den sogenannten Kooperationsverträgen ist noch Luft nach oben.
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Über weitere Wege zum zahnärztlichen Notdienst berichtete der „Münchner Merkur“ Anfang Februar in seiner Regionalausgabe für Garmisch-Partenkirchen. Der Autor erklärt aber auch, woran das liegt: Die Zahl der Praxen im ländlichen Raum sinkt.
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GOZ aktuell: Moderne Füllungstherapie
Manuela Kunze, Referat Honorierungssysteme der BLZK und Dr. Dr. Frank Wohl, Präsident und Referent Honorierungssysteme der BLZK
In der Serie „GOZ aktuell“ veröffentlicht das Referat Honorierungssysteme der Bayerischen Landeszahnärztekammer Berechnungsempfehlungen und Hinweise zur GOZ 2012. Zur Weitergabe innerhalb der Praxis und zum Abheften können die Beiträge aus dem Heft herausgetrennt werden. Sie sind auch auf www.bzb-online.de abrufbar.
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„Zahnheilkunde – Chancen und Herausforderungen“ – 16. Fränkischer Zahnärztetag in Nürnberg
Redaktion
Ein ebenso praxisorientiertes wie abwechslungsreiches Programm erwartet in diesem Jahr die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 16. Fränkischen Zahnärztetages. Die Gemeinschaftsveranstaltung der zahnärztlichen Bezirksverbände Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken findet am 17. und 18. April in Nürnberg statt.
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„Kollegen im Dialog: LMU trifft Münchener Zahnärzteschaft“ – die erfolgreiche Veranstaltungsreihe hat sich in den zwei Jahren ihres Bestehens an der Münchner Zahnklinik etabliert. Eine neue Gelegenheit zum kollegialen Austausch und Diskurs unter Experten gibt es wieder am 6. Mai, wenn sich Prof. Dr. Jan Kühnisch, Leiter der Sektion Kinderzahnheilkunde, der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) widmet.
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Ende Januar fand der zweite Start-up-Tag der KZVB statt – diesmal in der HypoVereinsbank am Nürnberger Lorenzer Platz. Das Interesse war erneut groß: 125 bislang angestellte Zahnärzte informierten sich über die Chancen und Wege in die Selbstständigkeit.
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Z1 bis Z6 fehlerfrei planen – Der Lebensmonate-Rechner entlastet die Praxen
Dr. Maximilian Wimmer, Leiter des KZVB-Geschäftsbereiches Abrechnung und Honorarverteilung
Seit dem 1. Januar 2026 ist die zahnärztliche Prävention dort angekommen, wo sie hingehört: im Kinderuntersuchungsheft („Gelbes Heft“). Mit der verbindlichen Dokumentation der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen (Z1 bis Z6) rückt die Bedeutung der Prävention hoffentlich noch stärker in das Bewusstsein junger Familien.
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Handlungsoptionen jetzt prüfen! DKV passt zum 1. April ihre Beiträge an
Michael Weber, Geschäftsführer der eazf Consult
Kontinuität und Verlässlichkeit sind Kernaspekte des Gruppenversicherungsvertrages zwischen der Bayerischen Landeszahnärztekammer und der DKV Deutsche Krankenversicherung AG. Dennoch sieht sich die private Krankenversicherung aktuell mit einem Marktumfeld konfrontiert, das Anpassungen unumgänglich macht. Zum 1. April wird die DKV die Beiträge in verschiedenen Tarifen erneut anpassen.
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Moderne Präparationstechniken als Grundlage für zeitgemäße restaurative Behandlungskonzepte – eine Übersicht
Dr. med. dent. Stefanie Jacob, M.Sc.
Durch die Einführung der Adhäsivtechnik in Kombination mit einer fortwährenden Entwicklung von neuen zahnfarbenen Restaurationsmaterialien wurden die zahn- ärztlichen Präparationstechniken grund- legend verändert. Anstelle von subtrakti- ven makromechanischen Präparationsformen zur klassischen Befestigung mit Zementen stehen in der restaurativen Zahnheilkunde nunmehr minimalinvasive Vorgehensweisen im Vordergrund. Moderne Präparationsformen sind geprägt von der Etablierung der Schmelz-Ätz-Technik durch Buonocore Mitte der 1950er- Jahre, der Entwicklung passender Ätzverfahren für silikatbasierte Keramiken sowie der Anwendung von Haftvermittlern wie Silan...
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Ein Unfall als Chance? Wie ein Zahntrauma zum Wendepunkt für bessere Mundgesundheit werden könnte
Sakuntha Ratnapreya und Julian Schmoeckel
Eine traumatische Zahnverletzung ist ein häufiger Befund in der Kinderzahnheilkunde. Es wird berichtet, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit ein dentales Trauma erlebt haben.1 Sie werden leider oft unterschätzt. Häufige Ursachen sind Stürze, sportliche Aktivitäten und Verkehrsunfälle, wobei anatomische Merkmale wie ein vergrößerter Overjet und ein inkompetenter Lippenschluss das Risiko erhöhen.2 Bei Zahntraumata entstehen Verletzungen der Zähne und auch der umgebenden Strukturen, also des Parodonts und des Alveolarknochens. Eine Studie unserer Arbeitsgruppe aus Greifswald, bei der retrospektiv Daten aus den Jahren 1974–1989 und 2014–2016 erhoben wurden, zeigte eine Prädisposition für Jungen und ein Durchschnittsalter von elf Jahren für Frontzahntrauma im permanenten Gebiss.3 Der obere mittlere Schneidezahn war am häufigsten betroffen, wobei Schmelz-Dentin-Frakturen die häufigste (offensichtliche) Verletzungsart in beiden Kohorten darstellten. Im Gegensatz dazu treten im Milchgebiss Subluxationen und Luxationsverletzungen am häufigsten auf.4
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Regenerative Endodontie an einem unreifen permanenten Inzisivus nach dentalem Trauma: Ein Fallbericht
Dr. Stefan Lorenz und Laura Dohrn
Der Erhalt der Vitalität der Pulpa ist bei jungen Patienten von entscheidender Bedeutung, da das Wurzelwachstum zum Zeitpunkt des Zahndurchbruches i. d. R. nicht abgeschlossen ist. Tritt infolge ei- nes dentalen Traumas oder einer tiefen Karies eine Pulpanekrose an einem solch unreifen permanenten Zahn auf, stoppt die weitere Dentinbildung. Dies resultiert in kurzen Wurzeln mit extrem dünnen Kanalwänden und einem offenen Apex, was die Frakturgefahr erhöht und die langfristige Prognose des Zahnes erheblich verschlechtert...